20.8.2018

    Reifentest Conti Track

    Karl-Heinz Lemberg auf Aprilia RSV4 RF mit ContiTrack Slick

    Testperson: Karl-Heinz Lemberg

    Einen erfahreneren Tester für die Tracktime-Serie hätten wir uns nicht wünschen können. Der 65 Jahre junge Karl-Heinz Lemberg aus Dortmund fing als 16-jähriger mit einer Kreidler an, danach ging es mit Honda CB250 und Kawasaki 500 weiter. In den Rennsport stieg der gelernte Dreher und Maschinenbau-Techniker 1979 ein, erst im Seriensport, dann in der Langstrecken WM, wobei er eine beachtliche Vielfalt Motorräder bewegte: zunächst Seeley-Honda 750, Yamaha RD 350 und Seca 750, international dann Yamaha XJ 900, FZ und YZF 750, Suzuki GSX-R 750 und TL 1000, zuletzt eine Yamaha R1.

    Zwar hörte »Lemmy« 1999 mit der Rennerei auf, aber weil Schnellfahren ihm unverändert Freude bereitete, legte er sich bereits 2001 eine Suzuki GSX-R 750 zu, um damit bei Trackdays immer mal wieder Kreise zu ziehen. Nach zwölf Gixxer-Jahren kam dafür eine 2016er Aprilia RSV4 Factory ins Haus, die er erst kürzlich durch das 2017er RF-Modell ersetzte.

    Lemberg, der inzwischen bei Seriensport- und Rennveranstaltungen als Kommissar der technischen Abnahme im Einsatz ist und fallweise als Instruktor bei Trackdays aushilft, bewegt zusätzlich auf der Straße noch eine 1100er Aprilia Tuono und eine modifizierte Suzuki 1200 Bandit, Baujahr ´99.

    Technische Daten des Testers: Gewicht 79 kg, mit Ledermontur und Helm 8 Kilo mehr.
    Fahrkönnen-Selbsteinschätzung auf einer Skala von 1 bis 10: Er ordnet sich mit einer 7 ein.


    Das Testbike: Aprilia RSV4 RF, Bj. 2017

    Aprilia RSV4 RF, Bj. 2017, km-Stand 2.000.

    Umbauten für Trackdays: Auspuff, Rennverkleidung und Höcker, Heckrahmen, Rastenanlage, modifizierte Federn vorne und hinten, Software umprogrammiert.

    TRACK-TIME!

    Karl-Heinz Lembergs Reifen-Ansprüche

    »Ich lege bei Trackdays Wert auf guten Gripp und dass die Reifen eine Weile halten. Mitunter vergleiche ich meine Reifenwahl mit der jener Fahrer, die 5 bis 6 Sekunden schneller unterwegs sind, weil dann denke ich, dass der Reifen auch für mich gut ist und ich damit nicht in Sturzgefahr komme, weil Stürze muss ich nicht unbedingt mehr haben. Ich kenne auch die Gummis von Metzeler und Bridgestone, fahre aber meistens mit Slicks von Pirelli.«

    Das Trackday-Event

    Karl-Heinz Lemberg probierte die ContiTrack-Slicks an zwei von vier Tagen eines Bike-Promotion-Events in Dijon-Prenois in Frankreich aus. Am ersten Tag absolvierte er vormittags drei Sessions a 20 Minuten, am zweiten Tag nochmal zwei weitere. Auf weitere Sessions am Nachmittag zu verzichten fiel leicht, einerseits wegen der extrem hochsommerlichen Temperaturen (die Asphalttemperatur stieg auf über 60 Grad!); andererseits, weil zu diesem Zeitpunkt bereits die Abnahme-Prozeduren für ein DLC-Rennen (Deutscher Langstrecken-Cup) an den Folgetagen begannen, an denen Karl-Heinz als Technischer Kommissar eingeteilt war.


    Test-Reifensatz: ContiTrack Slick

    Vorderrad-Dimension: 120/70 R 17 (Gummimischung: Soft)
    Produktionsdatum: 8. Woche 2018
    www.motorradreifendirekt.de/Continental/ContiTrack/120-70-R-17--/p/R-274693

    Hinterrad-Dimension: 190/60 R 17 (Gummimischung Medium)
    Produktionsdatum: 31. Woche 2017
    www.motorradreifendirekt.de/Continental/ContiTrack/190-60-R-17--/p/R-274703


    Charakteristik laut Hersteller

    Der ContiTrack Slick ist seit dem ersten Quartal 2016 auf dem Markt und ein profilloser Reifen für Rennstreckeneinsätze. Die Konstruktion des 0-Grad-Gürtelreifens ist auf hohe Stabilität auf der Bremse, präzises Einlenken und maximale Traktion am Kurvenausgang ausgelegt. Der Reifen wird für vorne und hinten in je zwei Mischungen angeboten (Soft oder Medium). Laut Conti ist der softe Compound geeignet für Sprintrennen und Tagestrainings und eignet sich gut bei hohen Außentemperaturen. Der Medium-Compound passt für Sprint- wie Langstreckenrennen, Ein- bis Zweitagestrainings und ist darauf ausgelegt, problemlos über eine große Temperaturspanne zu funktionieren.

    Für das Vorderrad steht eine Dimension (120/70 R 17) zur Wahl, dazu zwei Größen (180/60 R 17 und 190/60 R 17) für hinten. Der 190er ContiTrack kann auf 5,5 Zoll- wie auf 6 Zoll-Hinterradfelgen montiert werden; Durchmesser (655 mm) und Umfang (2.058 mm) bleiben dabei gleich. Nur die Breite ändert sich: Auf der 5,5 Zoll-Felge beträgt die Breite des Pneus 186 mm, auf der 6 Zoll-Felge 192 mm.

    Eine 200er Hinterradgröße wird nicht angeboten. Für den Tracktime-Test mit der Aprilia RSV4 RF, die serienmäßig mit einer 200er Größe am Hinterrad bestückt ist, wurde auf Anraten von Conti-Testfahrer Malte Bigge hinten einen Pneu im 190er Format in Medium montiert, in Kombination mit dem 120/70 in Soft. Zufällig bewegt Bigge privat ebenfalls eine 2017er RSV4 RF, insofern nahmen wir seinen Hinweis, dass diese Hinterradgröße auf diesem Motorrad problemlos funktioniert, gerne mit auf den Weg nach Frankreich.


    Reifenfakten/Test-Strecke

    Montiert auf Aprilia-Serienfelgen: Vorne 3,5 Zoll Breite, hinten 6 Zoll Breite
    Gemessene Breite der Lauffläche: Vorne 16 cm, hinten 24 cm
    Montierbarkeit: Problemlos; vorne wie hinten
    Reifenwärmer: HSR, nicht regelbar, Heiztemperatur 80 Grad

    Reifenbezug über: MotorradreifenDirekt.de (www.motorradreifendirekt.de)

    Test-Strecke: Dijon-Prenois/Frankreich, am 26./27. Juli 2018
    Fahrzeit erster Tag:
    3 Sessions á 20 Minuten
    Fahrzeit zweiter Tag: 2 Session á 20 Minuten

    Empfehlung von Continental: Vorheizen mit Reifenwärmern, mindestens 1 Stunde mit 80°

    Luftdruck (heiss, nach dem Fahren messen): vorne 2,25 bar, hinten 1,55 bis 1,6 bar   

     

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