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21.09.2016

After The Flag - Part 5 - 5. Lauf Sachsenring DLC 2016

Die Vorbereitungen beginnen turbulent. Gerade auf dem Weg aus der Hansestadt Richtung Sachsenring, kommt der Anruf, den kein Mensch braucht und der alles andere unwichtig erscheinen lässt.

Meine bessere Hälfte wird aus dem Alltag mit dem Verlust eines Familienmitgliedes geholt und alles rückt in den Hintergrund.
Mein Reise des Freitagabend beginnt somit erst sehr spät und alleine. Ankunft 1:15h im Fahrerlager, erwartet mich Mr. Raub und ist unterstützend da, um Sachen und Kleinigkeit auszuladen und mich direkt bettfertig zu machen.
Gesagt - Getan, verläuft die Nacht sehr unruhig und morgens werde ich von Mr. Mechanic selbst aus den Federn geholt, welcher sich mit unserem Conti Truck direkt in die Zufahrt stellt, weil einfach kein Platz mehr da ist. Er ist sichtlich genervt, das Vehicul nicht an seinen rechtmäßigen Platz stellen zu dürfen, weil alles komplett zugeparkt war. Lange, nervige Gespräch, umparkende Autos und Gesichtszüge der etwas anderen Art, verschaffen dann doch die ersehnte Lösung und das Ding steht da, wo man gut mit leben kann. Das fing schon mal Klasse an!

Nachdem ausgeladen war, wir uns dann langsam installiert hatten, zeichnete sich langsam die Wettervorhersage ab und es zog bitterlich zu. Was machen wir für das erste Q1? Slicks - Rain - Slicks? Verdammte kacke, war das ein Krieg.
Wir waren aufgewühlt, genervt und dazu kam noch mein Mitgefühl und die ständige Reflexion nach Hause, wie es wohl der Familie geht, nachdem Oma gegangen war.
Ich wollte nur noch nach Hause. Es war ein sehr bedrückendes Gefühl. Jeder kennt es und wir bleiben alle nicht davon verschont. Gehört zu Leben nun mal dazu.

Die beiden Qualifying verliefen eher weniger gut, da einsetzender Regen das Vertrauen in die Gripverhältnisse etwas schwinden ließ und man nicht genau wusste, wie stark man am Kabel ziehen konnte. Wir probierten noch einiges aus und schafften es am Ende auf einen 29 Gesamtstartplatz. Zugegeben, fröhliche Gesichter sahen anders aus, aber wir mussten den Teufel nicht an die Wand malen. Rennen werden bekanntermaßen nicht in den ersten 15 Runden entschieden.

Die Mischverhältnisse lösten sich 20min. vor der LeManschen Startprozedur auf und es wurde klar, das wir in ein Wet-Race starten würden. Ein erleichterndes Gefühl macht sich breit, weil nicht "Fisch nicht Fleisch" in dieser Phase, keinen so richtig nach vorne bringt.
Doch etwas sollte dieses mal anders sein. Nicht Rene "TheRaubCat" sollte in gewohnter Manier an der Start gehen, sondern Tim "Timmy" Stadtmüller. Und warum? "Weil er es kann! ;-)
Da ich mich in dieser Saison zu einem professionellen Motorradhalter entwickelt hatte, sollte es auch dieses Mal wieder so sein, das ich mich auf der motorradseitigen Linie der Strecke aufhalten sollte, um unser strammes Gefährt für den 15 m Sprint von Timmy bereitzuhalten. Nach 2Warm Up Runden, war dann Schluss mit lustig und ich konnte in diesen jungen Augen, eine Menge Anspannung und Nervosität sehen. Kein Wunder:
Regen, wie als wenn Petrus weinen musste, das erste Mal an den Start gehen und das bei der Vorbereitung die wir zu verzeichnen hatten. Ich wollte nicht in seiner Haut stecken und fand ihn verdammt mutig.
Er machte seine Sache sehr souverän und konnte in seinem ersten Turn sogar einige Gesamtplätze für uns gut machen.
Unser René sollte Nummer 2 sein, da ich gebeten habe als letzter Mann auf die Piste zu gehen und nicht wie gewohnt als zweiter.
Was dann kam, beschreibt das unten angehängte Bild wohl am aller deutlichsten.
Freunde aus anderen Teams, fragte mich nach dem Rennen, ob René eine trockene Spur auf dieser komplett nassen Strecke gefunden hatte.
Wir fuhren von Platz 5 in unserer Klasse gnadenlos auf Platz 1 und wussten nicht so recht wie uns geschieht. Rene mochten den Regen, so viel Stand fest und als ich dann als nächster zu meinem 65min. Turn rausfahren durfte, war mir dann auch bereits nach einigen Runden klar, was das ganze besondere an diesem Tag war. Die Konzentration hoch zu halten in dieser Regenschlacht, um mich ganz und gar mit dem Geist der Strasse zu verbinden. Ich bemerkte selber, was mir bei Rene’s Turn aufgefallen war. Es war der Drive, wenn man in den sogenannten Film hineingelangt. Es läuft auf einmal wie auf Schienen :-)))

Wir hatte alles unter Kontrolle und ich konnte noch mehr Vorsprung für uns herausfahren, als ich dann wegen der gelben Leuchte im Display in die Box musste und Renes nächsten Turn einleitete. Wir hatte langsam abtrocknende Strecke und Rene blieb nichts anderes übrig, als unser Regenpellen ganz und gar runterzurocken. Er kam früher als geplant wieder rein, da die Regenreifen komplett runtergefahren waren und Timmy ging mit Slicks für die letzten 11 Runden des Rennens ins Gefecht.
Auf Einmal „der Schock“! Kein Spur von Tim weit und breit und blöde Gedanken kursieren plötzlich in unseren Köpfen.
Entwarnung - als er dann doch in der Box auftauchte und sehr aufgeregt von seiner unangenehmen Begegnung berichtet, wo er beinahe abgeschossen worden war und einmal durch Kiesbett musste. Er ist noch sehr in Rage und unter Adrenalin und so finalisiert die letzten 5 Runden unser Rene und macht den Deckel ein für alle mal auf unseren Klassensieg drauf. Schluss - Aus - Fertig - nach Hause gefahren - 1.Platz.

Die Freude nach unseren schweren Zeiten natürlich riesengroß und so ließen wir uns in den nächsten Stunden dieses nicht nehmen. Wir sind sehr happy und konnte wiedermal mehr das hohe Potential in Ergebnisse umwandeln. Im Kollektiv sehr gut gearbeitet und mit guter Strategie zwischen Mechanikern und Fahrern alles richtig gemacht.

Auf gehts in unsere Sommerpause, wo wir fleißig am Feintuning arbeiten werden und euch natürlich mit einer neuer Videorubrik auf dem laufenden halten werden.
 

Quelle: Viessmann Bretter Racing Team

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