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03.05.2016

Nuller statt Podium: Philipp Freitag von der Strecke gerammt

Beim Rennen des ADAC Moto3 Northern Europe Cups auf dem Lausitzring ging Philipp Freitag in der letzten Runde zu Boden.

Beim Rennen des ADAC Moto3 Northern Europe Cups auf dem Lausitzring ging Philipp Freitag (Buchholz in der Nordheide, Team „F. Koch Rennsport & Hannes Allwardt“) nach einer übermotivierten Aktion des dänischen Piloten Simon Jespersen wenige hundert Meter vor der Ziellinie in der letzten Runde gemeinsam mit diesem zu Boden. Freitag lag zu diesem Zeitpunkt innerhalb der Moto3 Standard-Klasse auf Position zwei, knapp hinter dem wenige Sekunden später feststehenden Rennsieger Matthias Meggle (Reichholzried, Dynavolt Intact GP Junior Team). Während Jespersen seine Maschine wieder starten konnte und sogar noch den siebten Platz erzielte, bekam Freitag seine Honda nicht wieder in Gang. Nach zwei Nullrunden und zwei Siegen belegt Freitag in der Meisterschaft Rang vier.

Das vierte Rennen der nordeuropäischen Moto3 Meisterschaft wurde mit 20 Startern in der Moto3 Standard- und sechs Startern in der Moto3 GP-Klasse auf dem Lausitzring in Südbrandenburg im Rahmen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) ausgetragen. Erstmals in dieser Saison spielte auch das Wetter mit häufigem Sonnenschein und moderaten Temperaturen mit. Philipp Freitag (18) ist kein großer Fan des 4,3 km langen Kurses: „Die Strecke ist nicht so flüssig wie ein Grand Prix Kurs und zudem ist der Belag relativ uneben. Das liegt mir nicht besonders. In intensiver Zusammenarbeit mit meinem Team haben wir aber den notwendigen Speed für einen Kampf um den Sieg gefunden.“ erklärt er. Mit Gesamtrang sieben und Rang vier in der Standard-Klasse hatte der Buchholzer im Qualifying eine brauchbare Ausgangsposition erzielt, zudem identifizierte das Team nach der Analyse des Qualifyings noch rechtzeitig vor dem Rennen eine zusätzliche Verbesserungsmöglichkeit.

Beim Rennen herrschten aufgrund der früheren Tageszeit und des zugezogenen Himmels mit ca. 14 °C etwas kühlere Temperaturen als unter den besten Qualifying-Bedingungen. Nach dem Start wurde das Rennen noch in der ersten Runde abgebrochen, weil einer von zwei gestürzten GPFahrern medizinische Hilfe benötigte. Mit einer von 14 auf 12 Runden verkürzten Renndistanz gab es einen Neustart. Auch beim Neustart kam Philipp Freitag als Routinier gut weg und übernahm schon in der zweiten Runde innerhalb der Standard-Klasse die Führung vor Matthias Meggle. Insgesamt leistete der Buchholzer die meiste Führungsarbeit, doch der Zweikampf mit Meggle ermöglichte es Dirk Geiger (Mannheim, Kiefer Racing) und Simon Jespersen zu einer Vierergruppe aufzuschließen, in der es zu einem Positionskampf kam, in dessen Verlauf Freitag zwischenzeitlich auf Position vier zurückfiel. Am Ende der letzten Runde hatte er sich wieder an Meggle herangekämpft, als sein Rennen plötzlich gewaltsam beendet wurde: „Ich war an Matthias dran, und zumindest der zweite Platz schien sicher, als ich in der allerletzten Kurve einen heftigen Stoß von der Kurveninnenseite erhielt. Ich flog hoch, stürzte zunächst auf mein Motorrad zurück, wurde dann runtergeschleudert und überschlug mich ein paarmal neben der Strecke.“ Direkt nach dem Verlust einer Position an Freitag hatte Jespersen in einem aussichtslosen Überholversuch mit einer für die enge Linkskurve überhöhten Geschwindigkeit die Maschine des Norddeutschen seitlich gerammt und kam dabei selbst zu Fall. Während es dem Dänen gelang, seine Maschine wieder anzuschieben und Platz sieben in der Standard-Klasse zu retten, musste Freitag erst seine führerlos weitergefahrene und später umgefallene Honda NSF250R wiederfinden, die er dann trotz mehrerer Anschiebeversuche nicht mehr starten konnte. Dirk Geiger und der Tscheche Oliver König erbten nach diesem Vorfall die Podestplätze zwei und drei.

Co Team Leader Hannes Allwardt (25) zeigt wenig Verständnis für das Verhalten des dänischen Piloten: „Mit seinem Kamikaze-Manöver hat Jespersen nicht nur Philipp, sondern auch sich selbst um eine sichere Podestplatzierung gebracht.“ Teamchef Frank Koch (44) ergänzt: „Philipp hat an dem Wochenende mit uns hart und erfolgreich gearbeitet. Er hätte den Podestplatz verdient. Die Enttäuschung bei Fahrer und Team ist verständlicherweise sehr groß, aber wir schauen jetzt wieder optimistisch nach vorn.“

Das nächste Rennwochenende des ADAC Moto3 Northern Europe Cups findet erst vom 15.-17. Juli statt, im Rahmen das Motorrad Grand Prix (MotoGP) auf dem Sachsenring. Zwischenzeitlich plant das Team Gaststarts in anderen Serien.

Meisterschaftsstand (Top 5) in der Standard-Klasse des ADAC Moto3 Northern Europe Cups:
1. Matthias Meggle (D) 81 Punkte
2. Oliver König (CZE) 66 Punkte
3. Dirk Geiger (D) 60 Punkte
4. Philipp Freitag (D) 50 Punkte
5. Simon Jespersen (DEN) 46 Punkte

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