Pirelli Angel Scooter und Diablo Rosso Scooter Test 2017
Bessere Sohlen für Roller!
12 Jahre ist es nun her, dass Pirelli den legendären Roller-Reifen "Diablo Scooter" auf den Markt brachte - kein Wunder also, dass die beiden neuen Modelle "Angel Scooter", der sich vorwiegend auf kleineren Rollern und im Stadtbetrieb wohl fühlt, sowie der "Diablo Rosso Scooter", der großen und sportlichen Rollern flotte Beine macht, in allen Disziplinen besser sind als der Vorgänger.
Die Präsentation der neuen Pirelli Roller-Reifen Angel Scooter und Diablo Rosso Scooter stand bereits von Beginn an unter einem guten Stern: Ein Direktflug, bei dem man keine Angst haben muss, dass das Gepäck (wieder mal) auf einer Zwischenstation liegen bleibt, ein flotter Transfer vom Flughafen zum Hotel weil das Hotel direkt am Flughafen liegt, ein herrliches Nachmittagsprogramm mit dem Besuch des "Scooter-Museums" in Mailand und schließlich ausgezeichnete Wetterbedingungen für die Testfahrten am Pirelli-Prüf- und Testgelände Vizzola Ticino am darauffolgenden Tag.
Drei wichtige Vorgaben muss der Pirelli Angel Scooter erfüllen
Gute Testbedingungen durch schönes Wetter allerdings nur für den Trocken-Handlingkurs, beim Bremstest und am Nass-Handlingkurs wurde ich hingegen ganz schön "eingewaschelt". Allerdings konnte ich genau dort eine der Vorgaben an den neuen Angel Scooter positiv bewerten - den ausgezeichneten Nassgrip. Es sind nämlich drei primäre Vorgaben, die der neue Roller-Reifen, der sich vorrangig für kleinere Roller bis knapp 300 Kubik eignet, erfüllen muss: mehr Komfort, besserer Grip bei Nässe sowie im Trockenen und leichteres Handling im Stadtverkehr.
Ein interessanter Trick: Dampening-Dots auf der Lauffläche des Pirelli Angel Scooter
Den gesteigerten Komfort schafft Pirelli mit einem interessanten Trick. Das Profil des Reifens ist, unschwer zu erkennen, vom Motorrad-Touringreifen Angel GT abgeleitet (daher auch der Name Angel Scooter), allerdings kommen auf den vergleichsweise massiven Profilblöcken sogenannte "Dampening-Dots" zum Einsatz, also Dämpfungspunkte auf der Lauffläche, die der Flexibilität des Reifens an der Aufstandsfläche zugute kommen. Damit verbessern sie die Absorption von Vibrationen und Unebenheiten der Straße und bewirken zudem eine Vergrößerung der Auflagefläche beim Bremsvorgang.
Der Pirelli Angel Scooter bietet ausgezeichneten Nassgrip
Für eine noch bessere Wasserdrainage bekommt das Angel-Profil zusätzliche Rillen, sogenannte "Sipes" spendiert - und damit wäre ich auch schon bei der zweiten Vorgabe, dem verbesserten Nassgrip. Das Zauberwort, wenn es um Nässe geht, heißt natürlich Silica, der Angel Scooter bekommt deshalb eine Laufflächenmischung mit hohem Silica-Anteil und wird in einem neuen Vulkanisierungsverfahren hergestellt. Diese "High Silica"-Mischung (70 Prozent Silica als Füllmaterial, 100 Prozent wären Full Silica) bietet neben einem besonders guten Grip bei Nässe auch ein schnelleres Warm-up sowie eine deutliche Verbesserung beim Temperaturfenster und soll damit ein spürbares Performance-Plus in der kälteren Jahreszeit ergeben - weil auch in unseren Breiten so mancher Roller im Winter, wenn nicht gerade 90 Zentimeter Schnee liegen, genutzt wird.
Mehr Auflagefläche in der Mitte und präzise in Schräglage
Der dritte vorrangige Punkt im Lastenheft des Pirelli Angel Scooter (abgesehen davon, dass es natürlich ein rundum guter Allroundreifen werden sollte) ist das verbesserte Handling im Stadtverkehr. Dafür besitzt der Reifen eine neue Multi-Radius-Kontur, die definierte Handlingeigenschaften abhängig von der jeweiligen Schräglage bietet. An der Aufstandsfläche etwas abgeflacht, wirkt die damit größere Aufstandsfläche dem naturgemäß etwas kippeligen Fahrverhalten vieler Roller bei niedrigen Geschwindigkeiten entgegen. Bei Richtungswechseln benimmt er sich hingegen leichtfüßig und liefert in Schräglage ein präzises und stabiles Fahrgefühl. Für den Fahrer bedeutet das mehr Vertrauen in der Kurve sowie Stabilität und ein gutmütiges Verhalten des Rollers in brenzligen Situationen.
Da wird jeder fündig - der Pirelli Angel Scooter in 52 Dimensionen!
Dass Pirelli mit dem Angel Scooter ganz offensichtlich den Markt der Roller-Reifen für kleine Kubaturen aufmischen möchte, merkt man auch an der großen Auswahl an Dimensionen - nicht weniger als 27 Größen an der Front und sogar 37 Größen im Heck stehen zur Verfügung! Von 10 bis 16 Zoll wird alles angeboten, wodurch sowohl die kleinen Räder etwa einer Vespa genauso besohlt werden können, wie die großen Räder der Großradroller vom Schlage einer Honda SH125i/300i. Die verfügbaren Dimensionen findet Ihr in der Liste ganz unten.
Der Pirelli Diablo Rosso Scooter für die ganz sporltichen Roller
In einer ganz anderen Liga als der Angel Scooter möchte der Pirelli Diablo Rosso Scooter mitspielen - und stellt sich dabei äußerst gut an. Auch die zweite Pirelli-Neuheit, die sich ebenfalls im Namen an einen Motorrad-Reifen anlehnt, übernimmt dessen Profil - der Pirelli Diablo Rosso III stand Pate für den Roller-Reifen, der sich für große und teilweise sehr sportliche Roller vom Schlage eines BMW C 650 GT/Sport, Suzuki Burgman 400/650 oder Yamaha T-Max empfiehlt.
Multi-Radius-Kontur am Diablo Rosso Scooter für bessere Performance
Und auch beim Diablo Rosso Scooter geht es um drei primäre Vorgaben: Sportliches Handling, ausgezeichneter Grip und eine gleichbleibend gute Performance über die gesamte Laufleistung hinweg. Für das sportliche Handling wird auch beim Diablo Rosso Scooter das Multi-Radius-Konzept angewandt - für ein besonders leichtes Einlenken und schnelle Richtungsänderungen. Das Gesamtlayout des Vorderreifens wurde soweit optimiert, dass die Seiten nun schmäler, leichter und flexibler sind, was zu einer erhöhten Dämpfung und verbessertem Handling führt. In Längsrichtung wurden die Flanken hingegen steifer und unterstützen somit den Beschleunigungs- und auch den Bremsvorgang. Darüber hinaus wurde die Aufstandsfläche maximiert – für bestes Handling bei jeder Schräglage.
Dual-Compound-Gummimischungen wie bei den Motorrädern
Am Hinterreifen kommt sogar eine Dual-Compound-Mischung zum Einsatz - die mittlere Lauffläche zu 20 Prozent mit einer härteren Gummimischung, die beiden weicheren seitlichen Mischungsstreifen mit höherem Grip mit jeweils 40 Prozent. Diese unterschiedlichen Mischungen kommen bereits bei kleinen Schräglagen zum Tragen und fördern das Vertrauen sowie den Grip. An den Seiten enthält die Mischung auch einen höheren Silicaanteil, was zu einer erhöhten Haftung bei allen Bedingungen führt. Der geringere Silicaanteil im mittleren Mischungsbereich vergrößert im Gegenzug die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten und erhöht zudem die Laufleistung.
Performance alleine reicht nicht - sie muss auch halten!
Somit besitzt auch der Pirelli Diablo Rosso Scooter eine High Silica-Mischung mit 70 Prozent Silica-Anteil und auch der Vorderreifen punktet mit der Mono-Compound-Mischung durch eine gute Balance zwischen Stabilität und Grip. Eine gute Performance alleine reicht aber heute nicht mehr aus, sie sollte auch über die gesamte Lebensdauer des Reifens verfügbar sein. Dank der Dual-Compound-Mischung am Hinterrad mit hohem Silica-Anteil soll der Pirelli Diablo Rosso Scooter ein hohes Gripniveau mit einer beachtlichen Laufleistung kombinieren.
Von 12 bis 16 Zoll besohlt der Pirelli Diablo Rosso Scooter alle gängigen Roller
So viele Dimensionen wie beim Angel Scooter werden beim Diablo Rosso Scooter zwar nicht angeboten - in der Riege der großen und teils sehr sportlichen Roller gibt es aber auch nicht ganz so viele unterschiedliche Größen. Daher gibt es den Diablo Rosso Scooter vorne in 10 Größen, hinten in 7 Größen von 12 bis 16 Zoll.
(Quelle: Pirelli)